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Pflanzengallen

Naturnahes Lernen.

Forschen und Entdecken Wald länger als 60 Min ab 6 Jahre

Benötigtes Material

  • Lupe, Gläser, Gaze, Taschenmesser

BESCHREIBUNG

Am Besten eignet sich ein Spätsommertag zur Erforschung der Pflanzengallen. Es gilt verschiedene Gallenarten zu entdecken. Sie können gesammelt und gezeichnet werden. Je ein Beispiel kann auch mit dem Taschenmesser geöffnet werden, um die darin lebenden Insektenlarven zu beobachten. Es können auch einige Gallen in einem mit Gaze bedeckten Glas aufbewahrt werden, um das Schlüpfen der Gallinsekten nach Tagen oder Wochen oder im Frühjahr zu beobachten.

Folgende Fragen können beantwortet werden:

• An welchen Pflanzen gibt es Gallen?
• Welche Pflanzenteile sind betroffen?
• Gibt es verschiedene Gallen an einer Pflanze?
• Welche Tiere leben in den Gallen?


WAS STECKT DAHINTER?

Die schönen roten Galläpfel an den Blättern der Eiche sind fast jedem schon einmal aufgefallen. Kaum jemand weiß, welche komplizierte Wechselwirkung zwischen Tier und Pflanze dahinter steckt: Ein erwachsenes Weibchen einer Gallwespen- oder Gallmückenart legt seine Eier in ein Blatt oder eine Knospe einer bestimmten Pflanzenart. Die Pflanze wehrt sich gegen den Eindringling, indem sie ein hartes „Narbengewebe“ produziert, das verhindern soll, dass die Insekten-Larve die Pflanze an weiteren Stellen schädigt. Das genaue Aussehen dieses Gewebes wird jedoch nicht von der Pflanze selbst, sondern vom Insekt bestimmt (wie das genau funktioniert, ist noch nicht erforscht). Die Insektenlarve hat damit ein „Zuhause“, das sie vor Fressfeinden und schlechten Witterungseinflüssen (Austrocknen, Kälte) schützt. Diese Art des Zusammenlebens hat sich im Laufe einer sehr langen Evolution entwickelt. Die meisten Arten von Gallen finden sich wohl an Eichen, aber auch Buchen (Zipfelmützengallen der Buchengallmücke) und Fichten (Ananasgalle) sind betroffen. Auch die „Knoten“ in den Stielen der Pappelblätter sind Gallen, verursacht durch bestimmte Blattläuse. Die Schlafäpfel an Rosensträuchern sind Gallen der Knospen, die einen Pelz langer, verzweigter Haare hervorrufen. Die Beobachtung von Gallen zeigt einen weiteren Aspekt der vielfältigen Zusammenhänge in der Natur und soll die Begeisterung und Faszination daran wecken. Es wird ein vielleicht schon vorher beobachtetes Phänomen erklärt.

WIE GEHT´S WEITER?

Die Erforschung der Gallen kann in einen BAUMSTECKBRIEF eingebracht werden.